Generation 50+
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das sind die letzten Harten!
Leg dich mit niemandem über fünfzig an. Ernsthaft. Das sind keine normalen Menschen, das ist eine Überlebensart. Hart wie Brot von letzter Woche, schnell wie Omas Pantoffeln, die in deine Richtung fliegen.
Noch bevor sie zwei Jahre alt waren, konnten sie am Klappern des Kochtopfs in der Küche die Stimmung der Mutter erkennen. Mit fünf Jahren hatten sie den Haustürschlüssel an einer Schnur um den Hals und wussten: „Das Mittagessen ist im Ofen, aufwärmen, aber nicht verbrennen.“
Mit sieben kochten sie Tomatensuppe ohne Rezept, und mit neun wussten sie bereits, wie man einen tropfenden Wasserhahn abdichtet und wie man vor dem Hund des Nachbarn mit einem Eimer auf dem Kopf flieht. Sie konnten problemlos einen alten Miele-Frontlader bedienen und einen Fahrradschlauch wechseln.
Die Sommertage verbrachten sie an der frischen Luft, von morgens bis Abends. Ohne Handys, dafür mit einem festen Plan: Klettergerüst, Fluss, Kronkorken und die Rückkehr nach Hause im Dunkeln, mit Knien, die aussahen wie eine Karte eines Kriegspfades. Und irgendwie haben sie überlebt. Manchmal musste man das Knie mit Hausmitteln flicken, mit Spucke und einem Spitzwegerichblatt. Und wenn es wehtat, wurde nicht geweint, sondern man hörte: „Tut nicht weh, ist ja nicht abgerissen.“
Sie aßen Brot mit Zucker, tranken Wasser aus dem Gartenschlauch (voller Mikroorganismen, um die heute mancher Joghurt neidisch wäre). Niemand hatte damals Allergien. Und wenn doch, gab man es nicht zu.
Die meisten von ihnen haben mindestens einen Entführungsversuch, überstanden durch Fremde … oder durch die eigenen Cousins in den Ferien bei der Tante. Sie kennen fünfzehn Methoden, um Flecken von Gras, Fett, Blut, Schlamm und Tinte aus der Kleidung zu entfernen, denn früher musste man sauber aussehen, bevor man nach Hause kam.
Und das ist noch nicht alles. In ihrem Leben haben sie erlebt: – das Transistorradio,
– den Schwarz-Weiß-Fernseher,
– den Plattenspieler für Vinylplatten,
– Tonband- und Kassettenrekorder,
– den Walkman,
– den Videorekorder (mit „Tracking“-Funktion),
– CDs und den Discman,
– und heute tragen sie Tausende von Liedern in der Tasche und sehnen sich trotzdem nach dem Rauschen der Kassette beim Zurückspulen mit dem Bleistift.
Als sie den Führerschein hatten, fuhren sie mit dem Fiat 126p ans andere Ende Europas, ohne Übernachtungen, ohne Klimaanlage, ohne GPS. Sie nutzten nur einen Straßenatlas, in dem ganz Deutschland auf zwei Seiten Platz hatte, und trugen die Währungen verschiedener Länder in Beträgen bei sich, die kaum zum Überleben reichten. Und irgendwie kamen sie an. Ohne Google Translate, dafür mit einem Lächeln und einem belegten Eierbrot im Kofferraum.
Das ist die letzte Generation, die weiß, wie das Leben ohne Internet war, ohne Empfang, ohne Sorgen um den Handy-Akku, weil es das Handy einfach nicht gab. Diese Menschen kennen den Unterschied zwischen einem Festnetztelefon und einem Telefon mit Schnur im Flur. Sie hatten ein Rezeptheft statt einer App, und Geburtstage brauchten keine Erinnerung, man wusste es einfach … oder man kam nicht.
Generation 50+ sind Menschen, die: – alles mit Isolierband, Büroklammern und Kombizange reparieren können,
– nur einen Fernsehkanal hatten und sich trotzdem nicht langweilten,
– wissen, was „mit dem Finger blättern“ heißt – im Telefonbuch,
– und wissen: Wenn niemand abhebt, bedeutet das „Sie leben – sie rufen zurück“.
Sie sind anders gebaut. Mit emotionalem Asbest, Widerstandskraft aus früheren Zeiten und Reflexen, trainiert am Klettergerüst. Die letzten echten Ninjas des Alltags.
Leg dich nicht mit Menschen über fünfzig an. Sie haben mehr gesehen, mehr erlebt und tragen Pfefferminzbonbons in der Tasche, die älter sind als dein Kind. Sie haben eine Kindheit ohne Kindersitz, ohne Helm und ohne Sonnenschutz überlebt, eine Schulzeit ohne Laptop und eine Jugend ohne Scrollen. Sie brauchen kein Google – sie haben Instinkt.
Und trotzdem haben sie mehr Erinnerungen als deine gesamte Galerie in der Cloud.
— Małgorzata Paszyńska
Freie Übersetzung Mara.Asura
Original in Kommentaren
Art Netzfund, danke